trockene Haut

Wenn die Haut spannt

Gesundheitsthemen Uta Parzefall

Hilfe bei trockener, rissiger Haut

Im Winter leiden wesentlich mehr Menschen an trockener Haut als im Sommer. Eine trockenere oder fettigere Haut kann anlagebedingt sein. Jedoch hat das Klima zusätzlich einen großen Einfluss auf den Feuchtigkeitsgrad der Haut. Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit durch die Kälte niedriger. Der Haut wird Feuchtigkeit durch die Luft entzogen. Den Höhepunkt an Trockenheit erreicht unsere Außenluft im Februar bis März. Außerdem wird der Zimmerluft durch das Heizen ebenfalls Feuchtigkeit entzogen, so dass die Haut auch im Innenraum mit trockener Luft in Kontakt kommt. Einen weiteren großen Einfluss auf die Hautfeuchtigkeit besitzt das Alter. Mit zunehmendem Alter produziert unsere Haut weniger Talg, das als schützender Film auf der Hautoberfläche liegt. Talg ist eine fettige Substanz, die verhindert, dass zu viel Wasser von der Hautoberfläche verdunsten kann. So haben ältere Menschen einen höheren Bedarf an fettreichen Cremes als jüngere und im Winter braucht die Haut ebenfalls mehr Fett, um vor dem Austrocknen geschützt zu werden.


Schonende Reinigung


Ein gewisses Maß an Reinigung braucht die Haut. Wer allerdings zu viel duscht oder badet, schadet ihr. Einmal am Tag duschen oder baden sollte genügen. Die Haut verliert schon allein durch den Wasserkontakt an Feuchtigkeit. Zuerst quillt sie auf, um dann mehr Wasser wieder abzugeben als zuvor aufgenommen. Auch zu heiß duschen ist nicht gut für die Haut, insbesondere dann, wenn sie zu Irritationen neigt, also sehr empfindlich ist. Wichtig ist hier auch die Wahl des Reinigungsmittels. Normale Seife ist bei trockener Haut völlig ungeeignet. Sie zerstört den hauteigenen Säureschutzmantel. Die Haut benötigt etwa ein bis drei Stunden, um den Säureschutzmantel wieder aufzubauen. Er schützt die Haut vor krankheitserregenden Bakterien und Schadstoffen aus der Umwelt. Außerdem verhindert er ein allzu starkes Aufquellen durch Wasserkontakt und wirkt damit der Austrocknung entgegen. Das bedeutet, dass Seifen die Haut austrocknen. Benutzt man statt Seife Syndets, das sind synthetische Reinigungsmittel, wird ein ebenso großer feuchtigkeitserhaltender Effekt für die Haut erreicht wie durch eincremen. Syndets gibt es in flüssiger Form oder in festen Stücken, die aussehen wie normale Seife. Syndets werden auch „seifenfreie Seifen“ genannt. Viele Firmen haben hier Produkte auf dem Markt. Sie sind aus anderen Substanzen hergestellt als Seifen und greifen die Haut nicht an. Sie reinigen jedoch ebenso gut. In flüssigen Syndets sind mehr Konservierungsstoffe enthalten als in den festen, weshalb die festen vorzuziehen sind. Seifen sowie Syndets entfernen die Talgschicht der Haut. Das ist Teil der reinigenden Wirkung, die Wasser allein nicht zu leisten vermag. In unserer Umwelt gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Reizstoffen, die bei Kontakt mit der Haut darin verbleiben und schädigende Wirkung ausüben können. Diese befinden sich beispielsweise in Weichspülern, Geschirrspülmitteln, Kühl- und Schmiermitteln, Autotrocknungsmitteln und Papierbeschichtungsmitteln. Seifen und Syndets entfernen diese Reizstoffe zusammen mit der Talgschicht. Da die Talgschicht die Haut vor dem Verlust von großen Mengen an Wasser bewahrt, sollte diese so schnell wie möglich ersetzt werden, damit sie nicht austrocknet. Dazu gibt es Syndets mit rückfettenden Zusätzen, die die Haut gleich beim Waschen mit einer neuen schützenden Schicht umgeben. Ebenso gibt es rückfettende Badezusätze.


Hautpflege nach jedem Waschen


Neigt man zu trockener Haut, ist es unerlässlich, sie nach jedem Waschen einzucremen. Nur so kann die Haut sich regenerieren. Sinnvoll sind Cremes, die einen hohen Fettanteil besitzen, der sich schützend auf die Haut legt und hier längere Zeit liegen bleibt. So kann das in der Creme enthaltene Wasser in die Haut einziehen und hier verbleiben, ohne schnell wieder zu verdunsten. Meistens werden in Kosmetika Öle mineralischen Ursprungs eingesetzt. Das sind Paraffinöle, die bei der Erdölproduktion als Abfallstoffe anfallen. Diese sind billig, aber nicht sehr förderlich für die Haut, wenn sie nicht hochgereinigt sind. Die Poren der Haut können auf Dauer verstopfen. So wird die Hautatmung beeinträchtigt und eine unreine Haut kann die Folge sein. Qualitativ besser sind Pflanzenöle, wie sie in den meisten Naturkosmetika zu finden sind. Einige Firmen verwenden ausschließlich pflanzliche Öle. Hier eignen sich besonders Produkte mit Rose zur Pflege der trockenen Haut. Auch Aloe-Vera Gele haben sich zur Erhaltung der Hautfeuchtigkeit bewährt.


Zusätze in Hautcremes


Die gleichzeitige Gabe von Wasser und Fett auf die Haut ist die Basisbehandlung. Reines Fett, wie zum Beispiel Olivenöl, ist zwar schon gut, da es die Verdunstung des Wasser aus der Haut verhindert, es führt der Haut aber keine Feuchtigkeit zu. Dadurch wird sich trockene Haut nicht wirklich regenerieren. Ebenso sollte man bei trockener Haut keine zu wasserhaltige Lotion auftragen, da die Feuchtigkeit dann nicht in der Haut gehalten wird. In der Haut gibt es verschiedene natürliche Feuchthaltefaktoren, die dafür sorgen, dass Wasser in der Haut gehalten wird. Diese oder ähnliche Wirkstoffe können in der Hautcreme enthalten sein. Hauptsächlich wird Harnstoff verwendet, der eine große wasserbindende Kapazität aufweist. Unter anderem finden auch Milchsäure, Aminosäuren, Polysaccharide und Hyaluronsäure Verwendung.


Wenn die Haut sehr trocken ist


Um eine sehr trockene Haut zu behandeln ist einmal die Reinigung ausschließlich mit Syndets wichtig. Nach jeder Reinigung wird die Haut mit einer sehr reichhaltigen Creme eingecremt.


Und wenn es juckt


Juckt die Haut vor Trockenheit, empfiehlt sich, vor allem bei älteren Menschen, Cremes die Aminosäuren enthalten, die den Juckreiz stillen. Es gibt auch Badezusätze, die rückfettend und juckreizstillend wirken.


Weitere prophylaktische Maßnahmen


Im Winter, bei kalter trockener Luft, kann man die Haut vor dem Austrocknen schützen, indem man fettreiche Cremes auf die dem Wetter ausgesetzten Stellen aufträgt. Auch die UV-Strahlung des Sonnenlichtes trocknet die Haut aus. Deshalb ist es gerade im Sommer wichtig, die Haut mit Sonnencremes ausreichend zu schützen.


Trockene, rissige Hände


Gerade wer viel mit den bloßen Händen arbeitet, neigt zu trockener Haut, die Risse bekommen kann. Einerseits ist die Haut der trockenen und kalten Umgebungsluft ausgesetzt. Zum anderen vermehren sich durch die Arbeit mit den Händen die Hautzellen schneller und neigen zur Verhornung. So kann es dicke Hornhaut geben und Schwielen, die zu Rissen neigen. Hier ist es sehr wichtig, die Hände nur mit Syndets oder klarem Wasser zu waschen. Auf keinen Fall sollte Seife benutzt werden, da diese den Zustand noch verschlimmert. Nach dem Waschen eignet sich besonders eine Handcreme mit Harnstoff. Diese schält die überschüssige Hornhaut ab und hilft der Haut gleichzeitig das Wasser zu binden. Bei starken Rissen empfiehlt sich eine Handcreme mit Pflanzenauszügen, die heilen helfen und die Haut geschmeidig machen. Das regelmäßige Eincremen der Hände ist die beste Vorbeugung gegen Risse.


Aufgeplatzte Lippen müssen nicht sein


Gerade die Lippen verlieren eine Menge Wasser bei trockener Umgebungsluft. Paraffinhaltige Lippenpflegestifte helfen zwar kurzfristig, erzeugen aber das Gefühl der Abhängigkeit, da ständig nachgeschmiert werden muss. Längeranhaltenden Effekt besitzen pflanzliche Pflegestifte.


Wunde Nasen


Für Nasen, die durch häufiges Nasenputzen rot und wund sind, benutzt man am Besten eine Zinkpaste. Diese gibt es in jeder Apotheke. Sie wird vor dem Schlafengehen dick aufgetragen. Erwacht man am nächsten Morgen, hat sich die Nase meist wieder völlig regeneriert.

Die Pflege der Haut sollte konsequent und mit Genuss durchgeführt werden. Ein warmes Ölbad an kalten Tagen und die Einbalsamierung des Körpers tun einfach dem ganzen Menschen gut. Ihre Haut wird es Ihnen danken.
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