ätherisches Salbeiöl
Foto: Jutta Klapper

Salbei - natürlich gegen Entzündungen und Schwitzen

Wissensspeicher Jutta Klapper

Halsschmerzen, entzündetes Zahnfleisch, übermäßiges Schwitzen? Gegen all diese Beschwerden hilft Dir Salbei.

Salbei kennt man vielleicht als aromatisches Küchenkraut in Eintöpfen. Aber er kann noch mehr.
„Salvia officinalis“, die lateinische Bezeichnung, verrät dass Salbei schon lange als Heilpflanze bekannt ist. Salvare bedeutet „heilen“, salvere „gesund sein“. Früher wurde Salbei gekaut um einen guten Atem zu haben oder das Zahnfleisch mit den frischen Blättern eingerieben um die Zähne sauber und gesund zu halten.

getrockneter Salbei
Foto: Jutta Klapper

Wirkung und Anwendung

Salbei wird vorrangig äußerlich angewendet. Arzneilich genutzt werden nur die Blätter. Die wirksamen Bestandteile sind in erster Linie die ätherischen Öle, Salbei enthält aber auch Bitter- und Gerbstoffe.

Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder am Zahnfleisch kann Salbei eine gute Hilfe sein. Die Gerbstoffe lassen die Schleimhäute zusammenziehen. Das wirkt beruhigend, macht den Mundraum undurchlässig für Viren und Bakterien und verschließt kleine Wunden. Die desinfizierende Wirkung der ätherischen Öle hilft zusätzlich gegen die Vermehrung von Krankheitserregern.
Spezielle Tinkturen aus der Apotheke können punktuell auf gereizte Stellen am Zahnfleisch oder im Mundraum aufgetragen werden. Alternativ kann man mit einem Tee den Mund spülen.
Bei Halsschmerzen und Heiserkeit sind dem ein oder anderen sicher Salbeibonons bekannt. Das Lutschen regt zusätzlich die Speichelproduktion an, was den Hals „schmiert“ und dadurch die Schmerzen lindert. Allerdings enthalten Bonbons viel Zucker. Eine Alternative hierfür ist in Wasser verdünntes ätherisches Salbeiöl oder Salbeitee, welchen man mehrmals täglich gurgelt.
Für einen Tee übergießt man 1-2 Teelöffel getrocknete Blätter mit ¼ l kochendem Wasser und lässt den Tee 15min ziehen.
Brüht man den Tee stärker auf, 3 Teelöffel pro Tasse, kann Salbei, innerlich angewendet, gegen übermäßiges Schwitzen helfen. Hiervon kann man drei mal täglich eine Tasse trinken. Schwitzt man vor allem nachts sehr stark, können zwei Tassen vor dem Schlafengehen Abhilfe schaffen. Da empfindliche Personen dieser Tee auf den Magen schlagen kann, eignen sich hierfür alternativ Tabletten mit Salbeiextrakt aus der Apotheke. Auch diese werden drei mal täglich oder vor dem Schafengehen eingenommen.
Für diese Hemmung der Schweißsekretion ist das ätherisches Öl verantwortlich. Dieses kann auch lokal an den Füßen angewendet werden, z.B. in einer Fußpflegecreme oder einem Fußpeeling.
Stillende Frauen sollten mit Salbei vorsichtig sein, denn dieser hemmt die Milchproduktion! Im Umkehrschluss können Frauen, die abstillen möchten, Salbeitee natürlich unterstützend trinken.

frischer Salbei
Foto: Jutta Klapper

Anbau

Salbei ist eigentlich im Mittelmeerraum heimisch, Du kannst ihn aber ebensogut in Deinem Kräutergarten an einem trockenen Ort oder auf dem Balkon anbauen. Die Pflanze braucht allerdings etwas Platz, sie ist sehr üppig und gleicht eher einem kleinen Strauch, der etwa 60cm hoch wird. Reibt man mit den Fingern über die graugünen, filzig behaarten Blätter, setzt sich sofort der aromatische Salbeiduft frei.
Salbei lässt sich durch Samen aussähen, es ist jedoch effektiver ihn über Stecklinge zu vermehren. Diese kann man im Frühjahr einpflanzen und bereits im Sommer ernten. Im nächsten Jahr kannst Du reichlich junge, frische Blätter ernten. Um die Blätter zu trocknen erntet man die Blätter vor der Blüte und hängt die zu Trocknen an einen schattigen Ort.

Ein Strauch kann mehrere Jahre halten und braucht nicht viel Pflege. Es empfiehlt sich aber ab und an einen neuen Steckling aus dem alten Strauch zu züchten.

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